Genieß bewusst!



Es gibt Tage an denen wir ungern aufstehen. Noch im Halbschlaf drehen wir uns unmotiviert von einer auf die andere Seite und wollen die gemütliche, schützende Wärme nicht verlassen.
Aber was nutzt die Zeit, die wir grummelnd im Bett verbringen? Trotz der schlechten Laune stehen wir auf. Wir machen uns fertig und gehen unseren „Verpflichtungen“ nach.
Auch ich kenne diese Tage. Aber meine „Verpflichtung“ bringt mich zum Schmunzeln, zum Lachen und zum Weinen. Ich ärgere mich und ich freue mich. Meistens sogar alles an einem Tag.
Wenn ich früh schlecht aus dem Bett komme, weiß ich, dass es nicht lange anhalten wird. Denn spätestens, wenn ich die Tür auf Arbeit betrete komme ich ins Grübeln, ob mein Missmut gerechtfertigt ist.
Ich schließe die Tür des Kindergartens auf und gehe den Gang zu meinem Gruppenzimmer entlang. Auf meinem Weg halte ich an der Küche und begrüße die Kräfte, die dort schon fleißig Vorbereitungen für die nächste Mahlzeit treffen. Ich begegne häufig unserem Hausmeister, der mich mit seinem Humor immer wieder zum Lachen bringt. Dann biege ich ab, nach links um genau zu sein. Ich ziehe meine Schuhe aus und betrete den Raum. In der jetzigen Zeit brennt Licht und es ist alles hell erleuchtet. Kaum betrete ich die Schwelle: „Schau da ist die Sarah“. Meine Kollegin sitzt am Tisch oder auf dem Boden und lacht mich an. Kleine Kinderarme greifen nach mir, umarmen erst mein Bein, bis ich mich runterbeuge und sie mir um den Hals fallen. Strahlende blaue Augen sehen zu mir auf und der kleine Marmeladenverschmierten Mund entblößt ein Grinsen. In dem Moment weiß ich warum ich jeden Früh aufstehe!
Und morgen kurz vor 5 Uhr, wenn der Wecker klingelt, werde ich mir bewusst machen, dass mich bedingungslose Kinderliebe auf Arbeit erwartet und ich eine der besten „Verpflichtungen“ im Leben nachgehen darf.

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